Anlagenvermerk nach DIN 5008 – so stehen Anlagen im Brief
Der Anlagenvermerk steht nach gängigen Leitfäden zur DIN 5008 eine Leerzeile unter dem maschinenschriftlichen Namen des Unterzeichners. Darunter nennen Sie die beigefügten Unterlagen. Fehlt unten der Platz, kann der Vermerk nach Angaben von Fachratgebern auch rechts ab 125 mm vom Blattrand stehen.
Wozu der Anlagenvermerk dient
Legen Sie einem Brief etwas bei – eine Rechnungskopie, ein Foto, ein Zeugnis –, zeigt der Anlagenvermerk dem Empfänger, was im Umschlag sein sollte. Er kann sofort prüfen, ob alles angekommen ist. Für Sie ist der Vermerk ein Nachweis, was Sie verschickt haben. Gerade bei Kündigungen, Widersprüchen oder Schadensmeldungen lohnt sich das: Wer später nachfragt, sieht in Ihrer Kopie, welche Belege dabei waren.
Der Vermerk ersetzt nicht den Hinweis im Text. Erwähnen Sie wichtige Anlagen auch im Brief selbst, etwa „Eine Kopie des Vertrags liegt bei.“ Der Vermerk am Ende fasst dann alles zusammen.
- Position
- eine Leerzeile unter dem Namen des Unterzeichners
- Ohne Namenszeile
- mindestens drei Zeilen unter Grußformel bzw. Firmenname
- Bei Platzmangel
- rechts ab 125 mm vom linken Blattrand möglich
- Wort
- „Anlage“ (eine) oder „Anlagen“ (mehrere)
- Verteilvermerk
- eine Leerzeile unter dem Anlagenvermerk
Wo steht der Anlagenvermerk?
Der übliche Platz ist am Ende des Briefs, links an der Fluchtlinie. Nach den Angaben eines Fachratgebers, der die Norm ausgewertet hat, gibt es zwei Ausgangspunkte:
- Mit maschinenschriftlichem Namen: eine Leerzeile unter dem Namen des Unterzeichners.
- Ohne Namenszeile: mindestens drei Zeilen unter der Grußformel bzw. dem Firmennamen, damit Platz für die Unterschrift bleibt.
Wird der Platz unten knapp, darf der Vermerk demnach auch rechts neben Gruß und Unterschrift stehen, beginnend bei 125 mm vom linken Blattrand. Das ist dieselbe Linie, an der auch der Informationsblock beginnt. Diese Variante ist in der Praxis selten; in den meisten Briefen ist unten genug Raum.
Die drei Leerzeilen für die Unterschrift sind übliche Praxis; mehr dazu unter Anrede und Grußformel. Alle Abstände vom Briefkopf bis zum Vermerk zeigt die Übersicht Brief nach DIN 5008.
„Anlage“ oder „Anlagen“?
Das hängt schlicht von der Zahl ab. Liegt ein einzelnes Dokument bei, schreiben Sie „Anlage“. Sind es mehrere, schreiben Sie „Anlagen“. Darunter folgen die Unterlagen, jede in einer eigenen Zeile. So kann der Empfänger sie abhaken.
- Anlagen: siehe oben
- Anlage
Rechnung, Lieferschein, Fotos, Garantiekarte - Anlage (bei drei Dokumenten)
- Anlagen
Rechnung 2026-0815
Lieferschein vom 28. September 2026
2 Fotos der Beschädigung - Anlage
Kopie des Personalausweises
Anlagen genau bezeichnen
„Unterlagen“ oder „Belege“ hilft niemandem weiter. Nennen Sie die Art des Dokuments und, wo es passt, Nummer oder Datum. Bei mehreren gleichartigen Stücken geben Sie die Anzahl an. Ein paar Beispiele:
- Kopie der Rechnung 2026-0815 vom 2. Oktober 2026
- Lohnsteuerbescheinigung 2025
- 3 Fotos des Wasserschadens
- Vollmacht vom 7. Oktober 2026
- Zeugnis der Beispiel GmbH, Leipzig
Schicken Sie Kopien, schreiben Sie das dazu. Originale sollten Sie nur verschicken, wenn sie ausdrücklich verlangt werden.
Die Reihenfolge im Vermerk folgt am besten der Reihenfolge im Umschlag oder der Wichtigkeit: zuerst das Dokument, um das es im Brief geht, danach die Nachweise. Heften Sie die Anlagen nicht fest an den Brief, wenn der Empfänger sie vermutlich getrennt ablegt – eine Büroklammer genügt. Zählen Sie vor dem Kuvertieren noch einmal nach, ob alles, was im Vermerk steht, tatsächlich beiliegt. Fehlt eine Anlage, kostet das beide Seiten einen weiteren Brief.
Verteilvermerk unter den Anlagen
Geht ein Brief in Kopie an weitere Personen oder Stellen, zeigt der Verteilvermerk, wer ihn außerdem erhält. Er steht eine Leerzeile unter dem Anlagenvermerk. Als Überschrift dient zum Beispiel „Verteiler“, darunter folgen die Empfänger.
Der Verteilvermerk ist vor allem in Firmen und Behörden üblich. Im privaten Brief brauchen Sie ihn selten.
Typische Anlässe mit Beispielen
Anschreiben mit Anlagen in der Bewerbung
Im Bewerbungsanschreiben gehört der Anlagenhinweis ans Ende, wie im Geschäftsbrief. Manche Bewerber zählen alle Unterlagen einzeln auf, andere schreiben nur „Anlagen“ und legen ein Deckblatt mit Inhaltsverzeichnis bei. Beides ist verbreitet. Wie das ganze Anschreiben aufgebaut ist, lesen Sie unter Bewerbung nach DIN 5008.
Kündigung, Widerspruch, Reklamation
Hier sind Anlagen oft Belege, die Ihre Forderung stützen: der Vertrag, eine Rechnung, Fotos. Nennen Sie sie im Text und im Vermerk. Passende Vorlagen finden Sie bei den Briefvorlagen, und im Brief-Generator tragen Sie die Anlagen in ein eigenes Feld ein.
Anhänge in der E-Mail
In der E-Mail gibt es keinen Anlagenvermerk am Ende. Stattdessen kündigen Sie die Anhänge im Text an, etwa „Im Anhang finden Sie das Angebot als PDF.“ Wählen Sie ein Format, das der Empfänger öffnen kann, und verkleinern Sie große Dateien. Mehr unter E-Mail nach DIN 5008.
Anlagen auf Englisch
Schreiben Sie auf Englisch, lautet die übliche Entsprechung „Enclosure“ bzw. „Enclosures“, oft abgekürzt „Encl.“ Das ist allgemeiner Sprachgebrauch im Englischen und keine Regel der DIN 5008, die sich nur auf deutschsprachige Schriftstücke bezieht.
Bei mehrseitigen Briefen steht der Anlagenvermerk am Ende der letzten Seite, nicht auf der ersten. Ab Seite 2 werden die Seiten nummeriert.
Häufige Fragen zum Anlagenvermerk
Wo steht „Anlagen“ im Brief?
Links an der Fluchtlinie, eine Leerzeile unter dem maschinenschriftlichen Namen. Ohne Namenszeile mindestens drei Zeilen unter der Grußformel. Bei Platzmangel ist auch die rechte Seite ab 125 mm möglich.
Muss ich jede Anlage einzeln aufzählen?
Es ist üblich und hilfreich, weil der Empfänger so prüfen kann, ob alles da ist. Eine Pflicht zur Aufzählung lässt sich den Quellen nicht entnehmen.
Wie heißt „Anlage“ auf Englisch?
Üblich ist „Enclosure“ bzw. im Plural „Enclosures“, abgekürzt „Encl.“. Das folgt dem englischen Sprachgebrauch, nicht der DIN 5008.
Was kommt zuerst: Anlagen oder Verteiler?
Zuerst der Anlagenvermerk, eine Leerzeile darunter der Verteilvermerk.
Quellen
- Sekretaria: Briefvorlage DIN 5008 – Musterbrief
- Universität Göttingen: Schreibregeln nach DIN 5008
- Bayerische Allgemeine Geschäftsordnung, Anlage 2
- Haufe Akademie: DIN 5008 – Regeln im Überblick
- Karrierebibel: Bewerbung nach DIN 5008